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Feinbeins Feiner Feihnachtskalender

November 29, 2008

1

Stundenlang hatte Chefermittler Feinbein alles protokolliert, was der Trickbetrügerweihnachtsmann der Weihnachtsmarktkundschaft aus dem Rock gezogen hatte. Der Ablauf war simpel. Ein Mann mit rotem Kostüm und weißem Bart lockte Kinder, die an der Seite der Eltern gingen, mit einem Trick zu sich heran. Mal verknetete er Luftballons zu Rentieren oder zauberte aus dem Nichts eine Taschentuchprinzessin. Er war geschickt. Die Liste der gestohlenen Gegenstände war lang. Ferfried gähnte. Mit Weihnachten war er durch. Ferfried hatte früh gelernt, dass zu Weihnachten der gewinnt, der schamlos Vertrauen und Seligkeit ausnutzt. Trotzdem befriedigte es Ferfried, dass er diesem Santa die Fresse polieren würde.

2

Feinbein saß in seinem Dienstfahrzeug und beobachtete eine verdächtige Wohnung. Angefangen hatte es Ostern und im Sommer war die Wohnung ein heißes Gerücht. Delia, so hieß die Hure, betrieb keinen Discountfick, sondern jagte die Betuchten oder Nützlichen. Als die Tage grau wurden, erhöhte sich der Verkehr, nach Totensonntag schienen die kleinstädtischen Honoratioren zu glauben, man könne sich den Trübsinn aus den Eiern blasen lassen, bevor man in Familie macht. Feinbeins Lieblingsentrepreneur und Freier kam heraus und lächelte befriedigt. „Arschloch“, dachte Feinbein und beobachtete weiter. Es war spät geworden. Natürlich hatte er Delias Geheimnummer. Er könnte sie befragen – rein dienstlich.

3

Das Geschwätz war unerträglich. Aber er war ein Zuhörer. Er war es gewohnt nach Feierabend in seiner Kneipe sein Feierabendbier zu trinken, Er war Polizist, er hieß Ferfried Feinbein und es wartete eh niemand auf ihn zu Hause. Zu Hause? Das war sein Bezirk, seine Arbeit und nicht die Box, die er mieten musste, weil der Mensch auch schlafen muss. Das Geschwätz war immer noch unerträglich. Es drehte sich um die großen Lösungen für alle Probleme. Ob die Menschen wussten, was sie für eine Scheiße erzählen? Alkohol betäubt. Er nickte, orderte ein weiteres Pils. Mehr passierte nicht am dritten Advent.

4

Das Bürotelefon klingelte. Der übergewichtige Kommissar Ferfried Feinbein gähnte und war sackmüde. Er hatte schlechter als sonst geschlafen und quälte sich über den Tag. Er atmete nachts zu wenig. Schnarchapnoe. Heute Abend war die Weihnachtsfeier der Direktion. Es würde ein Besäufnis werden. Das Telefon klingelte: Rrrrring. Ferfried nahm ab.

„Feinbein?“

„Hallo Herr Feinbein“, meldete sich der Betriebsarzt und nahm Ferfried ins Gebet: „Laut meinen Unterlagen liegt ihr letzter Fitness- und Eignungstest über zwei Jahre zurück. Das geht nicht. Sie müssen sich untersuchen lassen.“

„Noch vor Weihnachten?“

„Nein, am 28. Dezember. Termin steht.“

Ferfried legte einfach auf. Termin steht. Ende absehbar.

5

Der Kerl war gerissen. Das war allen klar. Ein Strauchdieb verkleidet als Weihnachtsmann. Das hatte Brisanz in dem kleinen Ort, wo Ferfried Feinbein für Recht und Ordnung stand. In seinem Bezirk lebten die Leute noch in dem Glauben: Unrecht wohnt woanders. Ferfried wusste es natürlich besser. Der falsche Weihnachtsmann war nur die Spitze des Eisbergs. Aber endlich hatte Ferfried Gelegenheit, mit einem Trauma aus seiner Kindheit abzurechnen. Für klein Ferfried war der Weihnachtsmann schon immer ein Krimineller gewesen. Er erpresste das Wohlverhalten der Kinder mit seiner Rute. Strauchdieb oder Weihnachtsmann? Real? Irreal? Ganz egal. Ferfried würde ihn zur Strecke bringen.

6

„Verdacht auf Bruxismus und Apnoen.“, sagte sein Hausarzt und sah den Polizisten Feinbein skeptisch an. „Sie müssen ins Schlaflabor, aber vor Weihnachten sehe ich schwarz. Da sehe ich für das ganze nächste halbe Jahr schwarz.“ Feinbein – nackt – sah den Mann in Weiß stoisch an. „Gehe nie vor Weihnachten zum Arzt!“, dachte er und: „Wenn wir allen Verdachtsmomenten erst ein halbes Jahr später nachgingen, was wäre dann?“. Der Gesetzesmann ahnte, dass er die Arschkarte gezogen hatte, weil er gesetzlich versichert war. „Die Anderen, kommen früher dran. Die Anderen kriegen eine Maske. Die Anderen leben weiter. Ich sterbe dafür im Schlaf.“

7

Der Anruf war früh gekommen. Kinder auf dem Schulweg durchs Bruchtal – wo sie nicht langgehen sollen, weil dort Zigeuner wohnen und schon gar nicht im Dezember, wenn es morgens sacknacht ist – hatten auf der Wache angerufen. Eine Leiche im Fischteich. Wahrscheinlich haben sie Fotos mit Handys gemacht und schickten sie sich zu. Angefasst hatten sie den Toten nicht. Die Leiche war aufgedunsen und abscheulich. Vor diesem Anblick hatten sie Respekt. „Wenigstens das“, dachte Polizist Feinbein, als die Wasserleiche in den Bodybag gesteckt wurde. Im Kopf hörte er die Stimme seines Vaters, wie sie Benns Aster mit „Ruhe sanft.“ beendete.

8

Sein Vater hatte eine Leidenschaft: Insekten. Und er hatte einen Sohn: Ferfried. Ferfried musste lernen, dass Calliphoridae ein Meisterwerk aus sechs Beinen, zwei Flügeln und tausenden Augen sei. Ferfried war ungeschickt, hatte vier Gliedmaßen und Basedowsche Glotzaugen. Ferfried durfte den Müll rausbringen und zuschauen, wenn man ihn selbst nicht sehen konnte, denn Vater fand Ferfrieds Glubscher zu lächerlich, um sich weiter konzentrieren zu können. So lernte Ferfried schweigen und beobachten. Ihm entgingen nicht die neuen, braunen Flecken auf Vaters Haut, und sein vorsichtiger Umgang mit Bienen. Vater verstarb am Nikolaustag an einem anaphylaktischen Schock, als er in seine Stiefel stieg.

9

„Wir haben ihn!“ Darauf hatte Kommissar Feinbein gewartet. „Jetzt geht es Dir an den Kragen. Eine Rute für Ruprecht“. Halblaut brabbelte Feinbein Verwünschungen, als er zum Weihnachtsmarkt raste. „Treibt den Betrüger zum Nordausgang, da schnappe ich ihn mir“, rief er ins Mikro, sprang aus dem Wagen, griff sich seine spezielle „Rute“ und besetzte den Ausgang keine Sekunde zu spät. Der falsche Santa stob heran. Ferfried war ein zehn Jahre alter Junge geworden, bis er den Weihnachtsmann, der ihn verfolgte, als Lüge begriffen hatte. Schuld hatte sein Vater. Jetzt rammte Ferfried dem Betrüger einen Baseballschläger in die Rippen, dass Knochen knackten.

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Er schmierte den Gemeinderat, schmierte Gegner wie Freunde, kaufte sich Menschen wie Anzüge von der Stange und gründete Firmen am Fließband wie ein Entrepreneur. Während Zuhälterameisen ihre Muschis wie Blattläuse melkten, fickte der Entrepreneur die ganze Gemeinde in den Arsch. Polizist Feinbein war angewidert, denn sein Staatsanwalt war ein Anzug, der gekauft worden war und ihm die Hände maliziös gebunden hatte. Der Entrepreneur saß auch im Kirchenvorstand, hatte eine Familie und den Weihnachtsbaum für den Weihnachtsmarkt gestiftet. „Mit manikürten Nägeln wird keiner gekreuzigt.“, dachte Feinbein als er im werbefinanzierten Käseblatt las, dass dem Entrepreneur zu Lebzeiten eine Straße gewidmet wurde.

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Obwohl Ferfried Feinbein etliches gerochen hatte, verschlug ihm der Gestank der Wasserleiche den Atem. Der Pathologe zeigte auf den eingeritzten Drudenfuß auf der Wange des Toten und sagte, dass die Schnitte post mortem zugefügt worden seien. „Das ist ein Zeichen der Zigeuner, oder Feinbein?“, presste der Staatsanwalt hinter vorgehaltenem Taschentuch hervor und wartete nicht mehr die Antwort seines Chefermittlers ab, sondern verließ fluchtartig den Raum. Der Pathologe schaute Feinbein an, als erwarte er eine Antwort. „Ja, das ist ein Zigeunerzinken.“ Der Pathologe nickte, schnitt weiter und Feinbein dachte: „Druden rauben Atem – Vorurteile Verstand und zur Weihnachtszeit werden alle verrückt.“

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Ferfried hasste seinen Schwanz. Sein Schwanz war der Kriminelle, den er nicht verhaften konnte. Die Todesstrafe war abgeschafft und guillotinieren unmöglich. Ferfried war in seiner Wohnung, die er Schlafzelle nannte, und surfte. Wenn er rausguckte, sah er mit Weihnachtsbrimborium geschmückte Fenster. Leuchtende, blinkende Weihnachtszeit. Ferfried war Polizist in einer Kleinstadt und hatte Bedürfnisse. Er wusste aus sicherer Quelle, dass seit Ostern eine Hure in der Stadt arbeitete, wusste, wo sie empfing und landete endlich den Googletreffer zur Website. Sie tanzte, nur mit Weihnachtsmannmantel bekleidet über den Schirm. Ihre der Schwerkraft trotzenden Brüste wippten und seine Hose beulte sich. Einsperren unmöglich.

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Ferfried war neun Jahre alt, als er, zwei andere Kinder und der Zigeunerjunge Hannikel wie Adventskerzen vom Lokalradio befragt wurden, wie sie Weihnachten feiern würden. Ferfried war als erster dran und erzählte, dass er vom Weihnachtsmann jedes Jahr besucht werde und der Weihnachtsmann Dinge wüsste, die er unmöglich wissen könnte, weshalb Ferfried sich stets bemühe, brav zu sein. Aber leider würde der Weihnachtsmann immer etwas finden und seinen größten Geschenkwunsch aufs nächste Jahr verschieben. Als Ferfried so gesprochen hatte, lachte Hannikel laut auf. Warum er lache? „Weil alle, die an den Weihnachtsmann glauben, auch denken, dass wir unsere Geschenke klauen.“

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Sie bumste, wie Ferfried es sich vorgestellt hatte. Sie zog ihn aus, trug selbst Stilettos, halterlose Nylons, ein Cape und eine Weihnachtsmannmütze. Ferfried fand sie scharf und rot wie seine geschwollene Eichel, die direkt zum Polarstern zeigte; rot wie ihre Lippen, die ihn umschlangen. Er bettelte, eindringen zu dürfen. „Wichsweihnacht“, dachte er, als es geschah. Wenige Stöße später verfluchte er sich, das Geschenkpapier nicht aufgerissen und seiner Freude freien Lauf gelassen zu haben. Er merkte, wie er sich beim Atmen überholte, luftnötig wurde und unter der Hure erstickt, wenn sie nicht abgestiegen wäre. „Du bist ein Druckgeist.“, presste er hervor.

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An einem verregneten Dezembermorgen marschierten sie über einen matschigen Weg ins Bruchtal zum Zigeunerlager. Ferfried, der Leiter der Ermittlungen, stapfte abseits der Meute und mahlte mit den Zähnen. Es galt eine Klinge zu finden, die einem Honoratioren, die Wange gezinkt hatte. Die Beamten drangen schnell in die Wohnwagen ein und durchsuchten sie. Ferfried war nicht überrascht, dass Arpad auftauchte. „Bist Du nicht der, dem Hannikel den Glauben an den Weihnachtsmann austrieb?“, fragte Arpad, Hannikels Vater.

„Ich bin der, der die Welt nicht ändert.“

„Also klauen Zigeuner noch Geschenke?“

„Es muss einen Schuldigen geben.“

Ein Polizist rief aufgeregt: „Chef!? Das Messer!“

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Der Staatsanwalt saß konsterniert vor ihm. Kommissar Feinbein hatte ihn direkt aus einer Schulweihnachtsfeier, wo Staatsanwalt Rau den Nikolaus spielte, herbeordert. Sie hatten die Tatwaffe, keine Fingerabdrücke und sie hatten dreiunddreißig verdächtige Zigeuner, die aber keinen Ton sagten. „Dann sperren wir sie eben alle ein.“, fluchte Rau wissend, dass es keine Lösung war. „Was schlagen Sie vor Feinbein.“

„Lassen Sie sie gehen. Aber lassen Sie sich von Arpad unterschreiben, dass sie nie wiederkommen.“

„Bin ich der Weihnachtsmann?“

Feinbein lächelte und schob ihm ein vorbereitetes Formular zu. Rau unterschrieb, setzte sich seine Weihnachtsmannmütze auf und ließ sich wieder zur Feier fahren.

17

Feinbein saß im Café und sah seine Notizen durch. Schmale Karteikarten mit handgeschriebenen Vermerken. Der Fall war gelöst. Das Wesentlichste stand auf diesen Karten. Als er sich, ohne zu wissen warum, im Café umsah, fiel ihm ein kleines Kind auf, das systematisch auf seinem Schokoadventskalender die Zahl des Tages suchte. Kommissar Feinbein schüttelte den Kopf. Es war doch egal, welches Türchen wann geöffnet werden würde, denn es steckte doch immer das Gleiche dahinter? Feinbein sah auf seine Karteikarten, lächelte und widerstand nicht der Versuchung, die Karteikarten zu mischen, bevor er sie mit einem Gummiband umspannt in seiner Jackentasche verschwinden ließ.

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Er wusste noch, Delia gefickt zu haben, weil er sonst das bevorstehende Adventswochenende mit seiner Familie nicht überstanden hätte. Auf dem Heimweg musste der Überfall passiert sein. Er lag gefesselt und geknebelt auf der Ladefläche eines Pritschenwagens. Seine Gliedmaßen waren mit Kabelbindern zusammengebunden, die sich ins Fleisch schnitten, wenn er sich bewegte. Der Wagen holperte über unwegsames Gelände. Der Wagen stoppte. Türen schlugen. Die hintere Plane öffnete sich. Es war sacknacht. Wortlos wurde er zum Fischteich geschleift, wo er den Knebel herausgerissen bekam. „Warum?“, heulte er. „Damit Du keinen mehr ficken kannst.“, erhielt er zur Antwort, bevor er ersäuft wurde.

19

Die drei Damen, die vor Feinbein im Büro Platz genommen hatten, waren die Säulen der Moral in der Stadt. Feinbein nahm ihre Klagen ernst, weil er seinen Job nicht verlieren wollte. „Wann wird die Stadt diesen Schweinepuff vom Zigeunerflittchen schließen?“, ereiferte sich die Wortführerin. „Jetzt gibt es schon einen Toten und es ist bald Weihnachten“, ergänzte eine Andere.

„Das eine muss nicht mit dem anderen zusammenhängen.“, antwortete Feinbein. „Papperlapapp!“, entgegneten die Drei.

„Das Etablissement steht längst unter Beobachtung. Ich kann ihnen versichern: Es gibt ein gesegnetes Weihnachtsfest.“

„Ohne Flittchen und Zigeuner?“ zischte die Hydra.

„So sei es!“, verpflichtete sich Feinbein.

20

„Du hast mich benutzt, um meine Leute zu verkaufen und lässt Dich von Moralaposteln ficken. Ferfried, ich bin eine Hure, aber Du bist eine Nutte und besorgst es jedem.“

„Ich wüsste nicht, dass Du Unterschiede gemacht hättest.“

„Meine Seele verkaufe ich nicht. Nur Sex. Dir ist nichts heilig. Du bist nichts.“

„Hast Du geglaubt, Du fickst den Stadtrat wund und nächste Woche feiern alle Bescherung? Mit Schnellfickpaps als Weihnachtsmann? Wenn ich Dich und Deine Leute nicht verkauft hätte, dann würdest Du jetzt tot im Teich schwimmen.“

„Was willst Du? Absolution?“

„Die Vorgartenchristenheit will Weihnachten feiern. Ich rate euch also: verschwindet.“

21

„Fährt Hans mit dem Pritschenwagen noch zum Fischteich?“, fragte Kommissar Feinbein, als er auf dem Wochenmarkt Aal kaufte.

„Jepp.“, antwortete der Verkäufer.

„Fängt er im Dezember was?“

„Jepp.“

„Guck an. Kaufst Du Hansis Fisch?“

„Nee.“

„Zu Schlecht?“

„Hansi verkauft mir nix.“

„Aber Fische fängt er?“

„Sagt er.“

„Wahrscheinlich muss er fischen gehen? So wie wir jedes Jahr Weihnachten feiern?“

„Hauptsache er fährt nicht in den Teich. Er trinkt zu viel, Herr Kommissar.“

„Und fährt mit dem Pritschenwagen nach Hause?“

„Und lässt den Schlüssel stecken.“

„Verschwände der Wagen, könnte er nicht fischen und trinken?“

„Jepp.“

„Und Weihnachten würde stattfinden können?“

„Jepp.“

22

„Da!“, sagte sein Chef triumphierend und pättete mit seinem wurstigen Zeigefinger auf Feinbeins Flachbildschirm und verdeckte das, was er zeigen wollte. „Vielleicht muss ich doof werden, um Karriere zu machen?“, dachte Kommissar Feinbein, bevor er stattdessen „Ja, Chef. Beeindruckend.“, antwortete. Sein Chef lächelte, nickte und verschwand wieder glücklich in sein Büro. Feinbein nahm ein Taschentuch und entfernte den Fettfleck vom Monitor. Als nichts mehr zu sehen war, überzeugte sich der Ermittler, dass es „Da!“ auch nichts gab, was sie eh nicht schon wussten. Abgründe findet man nicht nolens volens, sondern ehe man sich versieht, verschlingen sie einen in der Tiefe.

23

Am Vorabend wusste der zehnjährige Ferfried Feinbein, dass sein diesjähriger Weihnachtshauptwunsch, ein ferngesteuertes Polizeiauto, vom Weihnachtsmann dieses Mal nicht vermasselt werden würde. Dank des Zigeunerjungen Hannikel hatte er lernen und erfahren müssen, dass der Weihnachtsmann eine Lüge und ein Kollege seines Vaters gewesen war. Vaters Schicksal hatte sich schon zu Nikolaus entschieden, weil Paps im Stiefel einen Bienenstich hatte.

Als am Heiligabend die Tür aufging und der Weihnachtsmann eintrat, wusste Ferfried, wer hinter der Maske steckte, wusste, dass Paps dem Weihnachtsmannkollegen nicht mehr seine Geheimnisse hatte verraten können, die Ferfried im kindlichen Vertrauen weitererzählt hatte. Ferfried bekam das ferngesteuerte Polizeiauto.

24

Der Wecker war eine Minute vor der Weckzeit stehen geblieben. Chefermittler Ferfried Feinbein saß, als es schon viel zu spät war, noch lange auf der Bettkante und kratzte sich an seinem Hinterkopf. „Seltsam“, dachte er. „Gestern hatte doch alles funktioniert?“

Nachdem er sich vom Schock seines und des Weckers Versagen erholt und befriedigt unter der Dusche festgestellt hatte, dass er immer noch in der Lage war, sich einen herunterzuholen, telefonierte Ferfried mit der Zentrale und ließ sich bestätigen, dass er letzte Nacht nicht verstorben sei. So hatte er sich früher seinen Tod ausgemalt: Eine Minute vor dem Start, einfach wegzubleiben.

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